Suche

Designauswahl

Designauswahl

Access-Keypad

Alt+0
Startseite.
Alt+3
Vorherige Seite.
Alt+6
Sitemap.
Alt+7
Suchfunktion.
Alt+8
Direkt zum Inhalt.
Alt+9
Kontaktseite.
.

Blindenwaren und Haustürgeschäfte

Liebe Leserinnen und Leser,

manch einer von Ihnen wurde gerade in letzter Zeit - entweder in Form einer aufdringlichen Telefonwerbung oder an seiner Haustür - von einem Warenvertreter aufgefordert, Bürsten, Pinsel, Handtücher oder Kerzen zu kaufen, die von einer Blindenwerkstätte produziert worden sind. Auch wurde in den vergangenen Monaten vermehrt um Geld gebettelt, das angeblich für die Blinden- und Sehbehindertenverbände in Baden-Württemberg verwendet werden soll.

Derzeit werden Telefonwerbungen im Auftrag einer angeblichen Blindenwerkstätte durchgeführt. Aus der Bevölkerung werden wahllos Leute angerufen. Die Anrufer erklären, dass sie für den Blindenverband Blindenware verkaufen.

Wir möchten in diesem Artikel einmal grundlegend aufzählen, wie Sie es unterscheiden können, ob eine Telefonwerbung oder ein Vertreter an der Haustür wirklich von einer Blindenwerkstätte entsendet wird oder ob sich hier jemand auf Kosten blinder und sehbehinderter Handwerker selbst bereichern will.

Was müssen Sie beachten?

1. Generell gilt (auch bei einem Vertreter einer Blindenwerkstätte): Vorsicht bei Haustürgeschäften! Lassen Sie sich nicht auf ein direktes Geschäft ein. Lassen Sie sich von dem Vertreter einen Warenkatalog geben. Später können Sie dann in Ruhe den Katalog durchlesen. Keine direkten Geschäfte an der Tür!!

2. Blindenware wird nur über Bestellung verschickt. Ein Vertreter, der direkt eine Bürste oder Wäscheklammern verkaufen möchte, ist ein Betrüger. Auf den Verkauf von Ware - einzig und allein aus dem Katalog - hat sich der Verband anerkannter Blindenwerkstätten Deutschlands festgelegt.

3. Generell gilt (auch bei telefonischer Werbung für eine Blindenwerkstatt): Werbeanrufe am Telefon gelten als unerwünschte Telefonwerbung. Sobald Sie angerufen werden und der Anrufer sich als Beauftragter einer Blindenwerkstette ausgibt, legen Sie sofort auf. Auch die Kriminalpolizei rät, sich auf gar kein Gespräch einzulassen und auf keinen Fall freundlich in eine Argumentation einzusteigen. Derartige, vom Angerufenen nicht ausdrücklich genehmigte Anrufe werden in Deutschland durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb untersagt. Bei Missbrauch oder Zuwiderhandlung ist seit dem 4. August 2009 ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro möglich.

4. Im Auftrag einer Blindenwerkstätte wird niemals an der Haustür um Geld gebettelt. Der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein versendet im Spätjahr ein Spendenmailing bei dem er um Unterstützung seiner Arbeit und konkreter Projekte bittet. Darüber hinaus führt er in der Zeit vom 08. Bis 15. Oktober seit vielen Jahrzehnten eine Haus- und Straßensammlung durch. Bei dieser sammeln Schüler.

5. Der Landesblinden- und Sehbehindertenverband Baden-Württemberg e.V. und die drei Vereine: der Badische Blinden und Sehbehindertenverein V.m.K. in Mannheim, der Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e.V. in Stuttgart und auch der Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e.V. in Freiburg betreiben keine eigenen Werkstätten. Auch das Blindenheim Freiburg betreibt keine eigene Werkstätte. Der Landesblinden- und -sehbehindertenverband Baden-Württemberg e.V. und seine drei Mitgliedsvereine distanzieren sich völlig von dieser Art der Spendenwerbung.

6. Sollten Sie selbst gegen eine werbende Firma vorgehen wollen, empfehlen wir Ihnen, die Adresse dieser werbenden Firma zu notieren und ggf. Anzeige zu erstatten. Unsere Vereine können selbst gegen diese Firmen nicht vorgehen. Eine Anzeige kann nur vom Adressaten der Werbung vorgenommen werden, also nur von demjenigen, der von einer Werbefirma angerufen oder an der Haustür aufgesucht wird.

7. Bei Werbung an der Haustür gilt: Lassen Sie sich von dem Vertreter in jedem Falle den so genannten Blindenwarenvertriebsausweis an Ihrer Haustür vorzeigen. Der Ausweis muss das Zeichen für Blindenwaren, die zur Sonne greifende Hände, beinhalten. Ferner muss der Name der Blindenwerkstatt sowie die Anschrift des Vertreters und sein voller Vor- und Zuname im Ausweis verzeichnet sein. Zudem muss der Ausweis durch den Verband für das Blindenhandwerk abgestempelt sein. Der Vertreter muss diesen Ausweis immer mit sich führen, wenn er im Auftrag einer anerkannten Blindenwerkstätte unterwegs ist.

8. Rufen Sie, bevor Sie eine Bestellung durchführen, unter der Telefonnummer an, die auf dem Blindenwarenvertriebsausweis oder im Warenkatalog steht. Nennen Sie dort den Vor- und Zunamen des Ausweisinhabers und erkundigen sich danach, ob diese Person wirklich für die Blindenwerkstätte tätig ist. Auch bei Blindenwerkstätten gelten die üblichen Bestimmungen des Handelsrechtes: Erst ein Angebot einholen, dann die Ware bestellen. Erst nach Eingang einer Rechnung bezahlen ... und natürlich haben Sie auch ein kostenloses Rückgaberecht.

9. Blindenware ist Handwerksarbeit. Deshalb sind die Produkte teurer, als die Angebote von Discountern. Teuer bedeutet jedoch nicht bodenlos teuer. In der Regel kostet eine Bürste, ein Pinsel oder ein selbst von blinden Menschen gewebtes Handtuch dreimal so viel wie ein Handtuch im Fünferpack bei einem Discounter. Sollten Ihnen die Waren zu überaus hohen Preisen angeboten werden, ist Vorsicht geboten.

Zusammenfassend gilt: Der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein V.m.K. in Mannheim sowie die beiden weiteren Blinden- und Sehbehindertenvereine in Stuttgart und Freiburg haben keine Werkstätten. Wir betreiben keine Haustürgeschäfte und keine Telefonwerbung. Das Gleiche gilt für den Landesblinden- und -sehbehindertenverband Baden-Württemberg e.V. Über die Arbeit unseres Vereins können Sie sich auf unserer Website www.bbsvvmk.de informieren. Links zu den anderen genannten Vereinen finden Sie auf unserer Linkliste.

Unter http://bsab-ev.de/ finden Sie den Bundesverband der staatlich anerkannten Blindenwerkstätten e.V. Dort finden Sie auch eine Liste der 28 Mitgliedswerkstätten. Der Bundesverband spricht sich bereits auf seiner Startseite gegen „Schwarze Schafe“ aus und bietet an, dubiosen Fällen nachzugehen. Sollten sie also durch Anrufer unangemessen belästigt werden, macht es Sinn, diesen Verband zu kontaktieren und entsprechend um Klärung zu bitten. Sie erreichen den Bundesverband der staatlich anerkannten Blindenwerkstätten e.V. wie folgt:
Bundesverband staatlich anerkannter Blindenwerkstätten e. V., Geschäftsstelle: Memelstraße 6, 23554 Lübeck
Tel: 0171 – 2852782, n-stolte@t-online.de

Wir danken Ihnen für Ihre Solidarität mit unserem Personenkreis und für Ihre Aufmerksamkeit.

.